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Rückstauklappe: Einbauvoraussetzungen und DIN EN 13564 verständlich erklärt

24. September 2026· 7 Min. Lesezeit
KI-generiertes Bild: Freigelegte Abwasserleitung im Kellerboden mit montierter Rückstauklappe, geöffneter Revisionsdeckel gibt den Blick auf den Klappenmechanismus frei

Bei anhaltendem Starkregen füllt sich der Kanal, und Abwasser kann in tiefer gelegene Räume zurückgedrückt werden – etwa in den Keller oder die Waschküche. Genau dagegen soll eine Rückstauklappe schützen. Erfahrungsgemäß ist sie jedoch nicht überall die passende Lösung, und ihr Einbau folgt klaren Vorgaben. In diesem Ratgeber erläutern wir Ihnen die Einbauvoraussetzungen, was DIN EN 13564 und DIN 1986-100 dazu sagen und in welchen Fällen eine Abwasserhebeanlage besser geeignet ist. Praxisnah und für Hausbesitzer in Neukirchen an der Vöckla und Umgebung – ganz ohne Fachchinesisch.

Was eine Rückstauklappe leistet – und was nicht

Bei einer Rückstauklappe handelt es sich um einen Verschluss im Abwasserrohr, der sich bei gewöhnlichem Abfluss öffnet und bei einem Rückstau aus dem Kanal selbsttätig verschließt. Steigt der Pegel im öffentlichen Kanal – meist infolge von Starkregen –, kann Abwasser nicht mehr in tiefer liegende Ablaufstellen des Hauses zurückgedrückt werden. Fehlt dieser Schutz, gelangt im ungünstigsten Fall Kanalwasser mitsamt Geruch und Schmutz in den Keller.

Entscheidend ist übrigens, die Grenzen zu kennen: Eine Rückstauklappe sichert nur jene Ablaufstellen, die unterhalb der sogenannten Rückstauebene liegen. Und zuverlässig arbeitet sie nur, wenn sie regelmäßig gewartet wird und die betroffenen Toiletten oder Ausgüsse während eines Rückstaus nicht genutzt werden. Für dauerhaft benötigte WCs unterhalb der Rückstauebene ist sie erfahrungsgemäß oft nicht die richtige Wahl – dazu weiter unten mehr.

Rückstauebene
Als Rückstauebene gilt üblicherweise die Straßenoberkante am Anschlusspunkt, sofern die Behörde nichts Abweichendes bestimmt. Alles darunter ist rückstaugefährdet.

Bin ich verpflichtet, eine Rückstausicherung einzubauen?

Diese Frage erreicht uns von vielen Hausbesitzern – und die Antwort fällt unbequemer aus, als sich manche erhoffen: Der Schutz vor Rückstau liegt grundsätzlich beim Grundstückseigentümer, nicht beim Kanalbetreiber. Wer Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene betreibt, muss diese nach den anerkannten Regeln der Technik gegen Rückstau absichern. Tritt ein Schaden ein und war keine funktionierende Sicherung vorhanden, kann das bei der Regulierung durch die Versicherung erfahrungsgemäß zum Problem werden.

Konkrete Anforderungen ergeben sich aus der örtlichen Kanal- oder Entwässerungssatzung der Gemeinde sowie aus den technischen Regelwerken. In der Praxis bedeutet das: Wer im Keller etwa ein Bad oder eine Waschküche hat, sollte das Thema aktiv anpacken – und nicht erst nach dem ersten überschwemmten Keller. Was für Ihr Grundstück in Neukirchen an der Vöckla oder im Bezirk Vöcklabruck konkret gilt, klärt man am besten durch einen Blick in die Gemeindesatzung, verbunden mit einer fachlichen Beurteilung vor Ort.

Versicherungsschutz
Fehlt eine normgerechte Rückstausicherung, kann die Elementarschaden-Deckung im Rückstaufall gekürzt werden oder vollständig entfallen. Ein Blick in die eigene Police lohnt sich.

Die Normen: DIN EN 13564, DIN EN 12056, DIN 1986-100 und DIN EN 752

Rund um den Rückstauschutz existieren mehrere Regelwerke, die ineinandergreifen. Sie müssen sie nicht auswendig können, doch es hilft zu verstehen, welche Norm wofür zuständig ist – gerade dann, wenn ein Fachbetrieb sie im Angebot nennt.

Welche Norm regelt was

RegelwerkZuständig für
DIN EN 13564Rückstauverschlüsse selbst: Bauarten, Typen und Anforderungen an das Produkt
DIN EN 12056Schwerkraftentwässerung innerhalb von Gebäuden
DIN 1986-100Nationale Ergänzung und Planungsregeln für die Grundstücksentwässerung; in Österreich als anerkannte Regel der Technik herangezogen
DIN EN 752Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden

Vereinfachte Übersicht. In Österreich werden die DIN-Regelwerke als anerkannte Regeln der Technik herangezogen – die verbindlichen Vorgaben für Ihr Grundstück ergeben sich jedoch aus der örtlichen Gemeindesatzung und sind mit dem Fachbetrieb zu klären.

DIN EN 13564: Typen von Rückstauverschlüssen

Die DIN EN 13564-1 gliedert Rückstauverschlüsse nach Bauart und Anwendungsbereich. Grob betrachtet gilt: Es gibt Typen für fäkalienfreies Abwasser (etwa Bodenabläufe oder Waschmaschine) und Typen für fäkalienhaltiges Abwasser (also mit angeschlossenem WC). Zusätzlich wird unterschieden, ob ein Verschluss mit einer oder zwei selbsttätigen Klappen samt zusätzlichem Handverschluss arbeitet. Diese Unterscheidung ist übrigens entscheidend, denn der falsche Typ am falschen Ort schützt entweder nicht ausreichend oder ist unnötig aufwendig. Welcher Typ zu Ihrer Anschlusssituation passt, hängt davon ab, was tatsächlich angeschlossen ist.

DIN 1986-100 und die Planung

Die DIN 1986-100 liefert die Planungsregeln: Sie bestimmt unter anderem, dass Ablaufstellen oberhalb der Rückstauebene möglichst nicht über einen Rückstauverschluss geführt werden sollen, damit deren freier Abfluss nicht beeinträchtigt wird. Genau an dieser Stelle passiert erfahrungsgemäß ein häufiger Planungsfehler – wird das gesamte Haus über eine Klappe abgesichert, staut sich bei einem Rückstau plötzlich auch das Abwasser aus dem Erdgeschoss. Richtig ist es, nur die tatsächlich gefährdeten Stellen unterhalb der Rückstauebene abzusichern.

Einbauvoraussetzungen und der senkrechte Einbau

Damit eine Rückstauklappe im Ernstfall dicht schließt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die wichtigste betrifft das Gefälle: Die klassische Rückstauklappe setzt ein Gefälle zum Kanal voraus. Nur wenn das Abwasser im Normalbetrieb frei in den öffentlichen Kanal abfließt, kann die Klappe ihre eigentliche Aufgabe erfüllen – nämlich sich ausschließlich bei Rückstau zu schließen. Fehlt dieses Gefälle, ist eine Klappe der falsche Weg.

  • Freies Gefälle der Leitung zum öffentlichen Kanal
  • Zugängliche Einbaustelle für Reinigung und Wartung – kein Zubetonieren
  • Passender Verschlusstyp nach DIN EN 13564 je nach Abwasserart
  • Nur Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene werden über die Klappe geführt
  • Frostfreie Lage der Einbaustelle

Zum senkrechten Einbau: Rückstauverschlüsse sind grundsätzlich für den Einbau in liegende, waagerechte Leitungen ausgelegt – dort schließt die Klappe schwerkraftunterstützt sauber ab. Ein senkrechter oder schräger Einbau ist nur dann erlaubt, wenn der Hersteller das für sein Produkt ausdrücklich freigibt und die Einbauanleitung entsprechende Positionen vorsieht. Wird eine Klappe entgegen der Herstellervorgabe montiert, ist ihre Funktion nicht mehr gewährleistet – und im Schadensfall ist die Gewährleistung schnell verloren. Deshalb gilt: Nehmen Sie stets die produktbezogene Einbauanleitung als verbindliche Grundlage, nicht die allgemeine Faustregel.

Praxis-Tipp
Notieren Sie sich Hersteller und Typ Ihrer verbauten Klappe. Für Ersatzdichtungen und die passende Wartung ist diese Angabe erfahrungsgemäß Gold wert.

So läuft eine fachgerechte Nachrüstung ab

  1. Bestandsaufnahme und Kamerainspektion
    Zunächst wird der Leitungsverlauf geklärt: Wo liegt die Rückstauebene, welche Ablaufstellen sind betroffen, gibt es Gefälle zum Kanal? Eine Kanal-TV-Untersuchung zeigt den Zustand und den Verlauf der Leitung, bevor überhaupt etwas eingebaut wird.
  2. Auslegung und Typenwahl
    Ausgehend von der Abwasserart – mit oder ohne WC – und der baulichen Situation wird der passende Verschlusstyp nach DIN EN 13564 bestimmt. Hier zeigt sich auch, ob eine Klappe ausreicht oder eine Hebeanlage sinnvoller ist.
  3. Einbaustelle vorbereiten
    Die Leitung wird an der vorgesehenen Stelle geöffnet oder ein vorhandener Revisionsschacht genutzt. Wichtig: Der Verschluss muss dauerhaft zugänglich bleiben, damit Wartung und Reinigung möglich sind.
  4. Einbau nach Herstellervorgabe
    Der Verschluss wird in der vom Hersteller vorgesehenen Lage – in aller Regel waagerecht – dicht und spannungsfrei eingesetzt. Die Fließrichtung muss stimmen, sonst schließt die Klappe verkehrt.
  5. Funktionsprüfung und Einweisung
    Zum Schluss werden die selbsttätige Klappe und der Handverschluss geprüft. Der Eigentümer wird eingewiesen, wie er die Klappe kontrolliert und wann welcher Wartungsschritt ansteht.

Rückstauklappe oder Abwasserhebeanlage?

Die entscheidende Weichenstellung: Für Räume mit hohem Schutzbedarf – etwa eine dauerhaft bewohnte Kellerwohnung mit WC – empfiehlt die DIN 1986-100 nicht die einfache Klappe, sondern eine Abwasserhebeanlage mit Rückstauschleife. Diese hebt das Abwasser über die Rückstauebene und leitet es anschließend in den Kanal. Der Vorteil liegt darin, dass der Keller selbst während eines Rückstaus nutzbar bleibt, weil das Abwasser aktiv über den kritischen Punkt gepumpt wird. Bei einer Klappe müsste in dieser Zeit auf die Nutzung verzichtet werden.

Zwei Wege zum Rückstauschutz

Rückstauklappe

  • Setzt Gefälle zum Kanal voraus
  • Während Rückstau keine Nutzung der abgesicherten Stellen
  • Geringerer baulicher Aufwand
  • Regelmäßige Wartung der Dichtung nötig

Abwasserhebeanlage

  • Funktioniert auch ohne Gefälle zum Kanal
  • Räume bleiben auch bei Rückstau nutzbar
  • Höherer Aufwand und Strombedarf
  • Empfohlen bei hohem Schutzbedarf, z. B. Keller-WC

Faustregel aus der Praxis: Fehlt das Gefälle zum Kanal oder soll ein Kellerbad dauerhaft nutzbar bleiben, führt an einer Hebeanlage meist kein Weg vorbei. Genügt der Schutz eines Bodenablaufs oder einer selten genutzten Waschküche unterhalb der Rückstauebene, kann eine passende Klappe ausreichen. Welche Lösung wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, hängt übrigens immer von der konkreten Anschlusssituation ab – ein Blick auf Gefälle, angeschlossene Ablaufstellen und die Lage der Rückstauebene gibt darüber Aufschluss.

Auf einen Blick

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Eigener Notdienst, rund um die Uhr

Wartung: Damit die Klappe im Ernstfall hält

Der häufigste Grund für das Versagen einer Rückstauklappe ist erfahrungsgemäß mangelnde Wartung. Dichtungen verhärten, Fett und Ablagerungen setzen sich am Klappenmechanismus fest, und im entscheidenden Moment schließt der Verschluss nicht mehr sauber. Deshalb sollten Sie die Klappe regelmäßig kontrollieren – Dichtung, Klappenlauf und Handverschluss gehören sichtgeprüft und gereinigt. Die genauen Intervalle richten sich nach Herstellerangabe und Nutzung.

Praktisch geht man dabei schrittweise vor:

  • Klappe öffnen und Dichtflächen reinigen
  • Beweglichkeit des Verschlusses prüfen
  • Spröde Dichtungen austauschen

Wer sich das nicht selbst zutraut, lässt die Wartung übrigens im Zuge einer Rohrreinigung oder Kanalinspektion mit erledigen. Kommt es dennoch zu einer Verstopfung oder einem akuten Rückstau, hilft unser 24/7-Notdienst mit Hochdruck- und Fräsdüsen-Technik – oft lässt sich die Ursache mit einer Kamerainspektion rasch eingrenzen.

Eine Rückstauklappe schützt nur zuverlässig, wenn sie regelmäßig gewartet wird.
Unsicher, was für Ihr Haus passt?
Fellner Abflusstechnik GmbH schaut sich die Anschlusssituation vor Ort an, prüft Gefälle und Rückstauebene und sagt Ihnen ehrlich, ob Klappe oder Hebeanlage die richtige Lösung ist.
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